Märchen-Stunde

Märchen der Brüder Grimm und aus aller Welt werden sonntags ab 14:00 Uhr im "Grimmkeller" vorgetragen...

 

Die Stadt "Steinau an der Straße" ist einer der 3 Orte, die sich "Brüder-Grimm-Stadt" nennen dürfen. Sie zwar die kleinste der drei -nach Kassel und Hanau- aber auch die Schönste...!!!  Außerdem gibts es nur hier in Steinau Einzigartigkeit, dass man noch original erhaltene Gebäude sehen und begehen kann, die von den Grimms bewohnt wurden, - authentischer geht es nirgendwo.

Die Brüder verbrachten mit ihrer Familie von 1791 bis 1796 ihre Jugendzeit. Geboren sind sie in Hanau, ihr Vater war in Steinau Amtmann (Richter) und deshalb zog die Familie Grimm nach Steinau und später dann weiter nach Kassel.
Die Brüder Grimm veröffentlichten vor 200 Jahren die berühmte Sammlung der Kinder- und Hausmärchen, die bis heute in aller Munde ist. Auch im Erlebnispark begegnet Euch Märchenhaftes: Die Berg- und Talbahn "Froschkönig", die Ausgrabungsstätte "Goldesel" oder Ihr könnt Euch im "Grimm-Keller" im Park Märchen erzählen lassen.

Weitere Informationen über die Grimms findet Ihr unter www.steinau.eu in der Rubrik "Brüder Grimm und Steinau".

 

Hier findet Ihr nun ein Rätsel in Märchenform. Dieses enthält ein Dutzend bekannte Märchen aus der Sammlung der Brüder Grimm. Lest Euch das Märchen aufmerksam durch und schreibt nacheinander auf, welche Märchen Ihr darin entdeckt habt. Am Ende des Textes findet Ihr die Lösung.

Es war einmal eine Königstochter, die besaß einen großen Goldklumpen. Weil er ihr zu schwer wurde, tauschte sie diesen gegen ein Pferd. Das Pferd tauschte sie gegen eine Kuh und die Kuh gegen ein Schwein. Das Schwein tauschte sie gegen eine Gans und die Gans schließlich gegen zwei Schleifsteine. Als sie sich der Schleifsteine entledigte, weil sie der Königstochter zu schwer waren, schwankte sie etwas und verlor auf der Schlosstreppe ihren rechten Schuh. Da nun das Laufen recht unbequem war, nahm sie den linken Schuh und warf ihn in einen Brunnen. Das war gar ungeschickt, denn den Brunnen bewohnte ein großer, warziger Frosch. Dieser erholte sich gerade von einer Strapaze, denn er hatte einem holden, hübschen Fräulein ihr liebstes Spielzeug wiedergebracht. Dieses war ihr zuvor in den Brunnen gerutscht: eine goldene Kugel.

Guter Dinge lief die Königstochter weiter ihres Weges und geriet nach einer Weile in einen Wald. Indem sie eine Spur von Brotkrumen entdeckte und dieser folgte, gelangte sie an ein Häuschen. Dieses sah sehr lecker aus. Es hatte den Anschein, als wäre es über und über mit süßen Köstlichkeiten beklebt. Sie wollte an der Tür klopfen und fragen, was es mit den süßen Sachen auf sich hat. Als sie zum Fenster herein sah, erblickte sie ein altes Mütterchen und zwei Kinder. Alle drei sahen sehr beschäftigt aus. Ein Kind half der Alten gerade beim Schüren des Feuers. Die Königstochter wollte aber nicht stören und lief weiter. Bald brachen Dunkelheit und Müdigkeit herein. Und welch ein Glück: im Dickicht entdeckte sie einen Lichtschein. Als sie sich ihm näherte, erkannte sie, dass er aus einem kleinen Häuschen kam.

Diesmal klopfte sie an, doch es rührte sich niemand. „Merkwürdig“, murmelte sie vor sich hin und als sie sah, dass die Tür unverschlossen war, trat sie ein. Keine Menschenseele weit und breit, doch alle Anzeichen sprachen dafür, dass hier viele Menschen wohnten: Der lange Tisch in der Mitte der Stube war gedeckt und die Bettchen waren gemacht. Die Königstochter war nicht nur müde, sondern auch hungrig und konnte den leckeren Dingen nicht widerstehen. Sie trank aus einem Becherchen und aß etwas von einem Tellerchen. Als sie ein Bett in ihrer Körpergröße gefunden hatte, sank sie darin nieder und entschlummerte. Nach kurzer Zeit fuhr sie aus dem Schlaf, denn sie hatte einen bösen Traum. Sie war nun gar nicht mehr müde und immer noch alleine. Das Mädchen wollte den unangenehmen Traum vergessen und ging deshalb vor die Tür. Sie malte sich aus, was sie noch alles erleben könnte, wenn sie jetzt weiterliefe. Also setzte sie ihre Wanderung fort.

Sie erlebte einen wunderschönen Sonnenaufgang, durchquerte Täler, lief über viele Hügel und hielt gelegentlich ihre Füße ins kühle Nass eines klaren Bergsees. Als sie an einem Dorf vorbei kam, machte sie eine ulkige Beobachtung: Da stand ein Wolf mit einem Spitzenhäubchen und ließ sich gerade von einem Müller frisches Mehl auf die Pfoten streuen. Es hätte die Königstochter sehr interessiert, was dort vor sich ging. Doch sie hatte es heute eilig und kümmerte sich nicht darum. Denn vor nicht allzu langer Zeit hörte sie ihren Großvater von einer sehr ungewöhnlichen Begebenheit erzählen: Nicht weit von einem großen Feld mit Gemüse stand ein steinerner Turm.

Unter seinem Dach hauste ein junges Mädchen. Das bedauernswerte Ding wohnte dort unfreiwillig, denn sie wurde von einer Zauberin dort hineingesperrt, als Strafe für ihre Eltern, die etwas Unerlaubtes getan hatten. Man sagte, das Mädchen hatte meterlange Haare, an dem sogar Besucher die Turmspitze erklimmen könnten. Das wollte die Königstochter unbedingt mit eigenen Augen sehen. Es dauerte so seine Zeit, doch ihre Geduld wurde belohnt: ein altes Weib kam des Weges und rief nach dem armen Mädchen im Turm. Kurz darauf kletterte die Frau an den langen Haaren nach oben und war sogleich im Turm verschwunden.

Nun war die Neugier der Königstochter gestillt und sie begann zu überlegen, welche Himmelsrichtung sie nun einschlagen solle. Und wie ihr das Glück so mitspielte, kamen gerade vier lustige Gesellen des Weges: Ein Esel, ein Hund, eine Katze und ein Hahn. Die sangen fröhliche Lieder und luden die Königstochter ein, sie ein Weilchen zu begleiten. Während ihres Marsches erzählten sie der Reihe nach Geschichten und was ihnen im Leben bisher widerfahren war. So verging Stunde um Stunde und das Mädchen wurde sehr schläfrig. Da es nicht weit zu einem befreundeten Königshause war, trennte sie sich von den vier neuen Freunden und ging die letzten Meter ganz alleine. Die Gastgeber hießen sie schließlich herzlich willkommen und freuten sich über den seltenen Besuch.

Sie behielten sie gleich mehrere Tage bei sich. Oh, wie freute sich da die Königstochter auf ein weiches, kuscheliges Bett, Spaziergänge im Schlossgarten und das bevorstehende große Fasanenfest. In diesen Tagen gab es noch einen anderen Schlossgast: ein Mädchen, das eine besondere Fähigkeit besaß, denn sie konnte Stroh zu Gold spinnen. Der König konnte davon gar nicht genug bekommen und befahl dem Mädchen, es solle drei Nächte lang Stroh zu Gold spinnen. Das arme Mädchen konnte diese anspruchsvolle Aufgabe beinahe nicht bewältigen, wäre nicht ein kleines Männchen gewesen, das ihr zur Hilfe eilte.

Viele Tage waren vergangen und die Königstochter bekam Heimweh. Ihre Eltern sollten bald von einer langen Reise zurückkehren und das wollte sie auf gar keinen Fall verpassen. Ob der Heimweg wohl auch so viele tolle Geschichten bereit hielt? Nun, die ließen in der Tat nicht lang auf sich warten. Gerade lief die Königstochter durch einen Wald, als sie ihren Augen kaum traute: sie sah einen überdimensionalen Fliegenpilz! Voller Neugier lief sie schnur-geradeaus und war noch erstaunter, als sie sah, dass sich der Pilz bewegte! Da rannte sie geradewegs auf ihr Ziel zu, blieb aber abrupt stehen, als sie gewahrte, was der Fliegenpilz in Wirklichkeit war: ein zartes, blondes Mädchen mit einer roten Kappe auf dem Kopf. Als sie diesen Schreck verdaut hatte, machten sie sich bekannt und gingen beide ein Stück gemeinsam des Weges. Die Königstochter erfuhr, dass das Mädchen gerade unterwegs zu ihrer Großmutter war.

Als zwei Wege sich kreuzten, trennten sich auch ihre Wege wieder. Doch sie schworen sich, sich gegenseitig und schon sehr bald zu besuchen, da sie sich in dieser kurzen Zeit so lieb gewonnen hatten. Kurz nach der Verabschiedung entdeckte die Königstochter eine Gestalt durch das Unterholz schleichen, jedoch nicht in des Königstochters Richtung. Es sah aus wie etwas großes, mit viel schmutzigem Fell. Sie beschleunigte etwas ihren Gang, denn es ängstigte sie der Gedanke, einem Ungeheuer zum Opfer fallen zu können. Schon bald wurde es heller und der Wald lag weit hinter ihr. Auf ihrem Weg begegnete sie einem Mädchen, das über und über mit Gold bedeckt war. Es packte sie der Neid bei dem Anblick. Ja es schien ihr, als sei das Mädchen selbst aus Gold. Doch die Königstochter wusste, dass sie vermögend genug war und dass ein solches Glück auch anderen Menschen beschert sein musste.

Das elterliche Schloss war bereits in Sicht und eilige Vorfreude machte sich im Innern der Königstochter breit, sodass sich ihre Schritte beschleunigten. Endlich war sie daheim! Mit überschwänglicher Freude wurde sie von den Bediensteten empfangen und herzlich umarmt. Und noch etwas: Alle gratulierten ihr. Da fiel es ihr wie Schuppen von den Augen: Heute war ihr 15. Geburtstag! Oh wie war die Freude groß! Nachdem sie erst einmal ausführlich von ihren Erlebnissen berichtet und ein großes Stück von der leckeren Geburtstagstorte gegessen hatte, bekam sie eine unerklärliche Lust alle Gemächer und Kammern des Schlosses aufzusuchen. Dabei machte sie eine interessante Entdeckung in einem abgelegenen Kämmerchen: ein altes Mütterchen mit einem Spinnrad, ...